2020-05-08

THEORETISCHE GRUNDLAGEN DES BERATUNGSPROZESSES

Zum strukturierten Ablauf eines Coachingprozesses gehören die Klärung der Ausgangssituation, die Ausarbeitung eines Vertrags zwischen Klient*in und Coach, eine messbare Zielbestimmung, das Erarbeiten von Lösungswegen und deren Umsetzungen, sowie eine abschließende Evaluierung.
Die Kontaktaufnahme der Klient*in mit einem Coach ist bereits ein wichtiger Schritt im Lösungsprozess. Die Klient*in möchte das Problem bearbeiten. Und durch die Bereitschaft, die Thematik mit einer außenstehenden, neutralen Person besprechen zu wollen, geht er oder sie bereits einen neuen Weg.
Der Erstkontakt erfolgt mit dem Ziel, einen Termin für das Erstgespräch zu vereinbaren. Für die Berater*in ist der Erstkontakt die Basis, um den Auftragskontext zu klären. In einem ersten Telefonat oder persönlichen Gespräch, das zeitlich eingeschränkt werden sollte, haben Klient*in und Coach die Gelegenheit, abzuklären, ob eine Zusammenarbeit stattfinden kann. Der Coach führt durch das Gespräch. Anhand der gestellten Fragen kann die Klient*in bereits den Coachingstil der Berater*in erkennen, und der Coach kann neben der Klärung der Ausgangssituation schon erste Interventionen setzten wie zum Beispiel eine Veränderung, die bis zum ersten Gesprächstermin eintritt, zu beobachten, um sie in der ersten Stunde besprechen zu können. Die Veränderung vor der ersten Sitzung wird innerhalb der lösungsorientierten Arbeit  „Presession Change“ genannt. Das Erstgespräch ist die Grundlage für den Beratungsprozess. Dabei wird die Basis für eine weitere Zusammenarbeit gelegt. Eine Beratung ist auf Vertrauen und eine persönliche Beziehung zur Gecoachten aufgebaut.
Dazu gehören die Sympathie zwischen Klient*in und Coach, das Abklären der Erwartungshaltung und die Klärung von organisatorischen Fragen. Es gehört zu den Aufgaben des Coachs, die formalen Rahmenbedingungen anzusprechen. Der Vertrag, der in den meisten Fällen mündlich vereinbart wird, beinhaltet zumeist folgende Punkte:

• Anzahl der Termine
• Dauer der einzelnen Sitzungen
• Abstände zwischen den Terminen
• Erreichbarkeit des Coachs zwischen den Terminen
• Gesamtdauer des Coachings
• Ort, an dem das Coaching stattfindet
• Honorar und Zahlungsmodalität
• Vereinbarung über die Kosten für nicht wahrgenommene Termine

Aus juristischer Sicht handelt es sich dabei um einen Dienstvertrag im Gegensatz zu einem Werkvertrag, bei dem ein bestimmtes Ergebnis oder Ziel an die Vereinbarung gebunden ist. Beim Vertrag zwischen der Interessent*in und dem Coach wird seitens des Coachs eine fundierte Beratungsleistung vereinbart. Zum formalen Vertrag kommt noch der psychologische Vertrag zwischen Gecoachter und Coach. Die Interessent*in sollte vorab ihre Erwartungen und Wünsche an das Coaching definieren. Dazu gehört die Vereinbarung, welche Themen im Coaching bearbeitet und welche Bereiche ausgeklammert werden.

Gertrud - 13:28:38 @ Coaching