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Gertrud Theresa Niedermayr

BLOG

2020-05-08

COACHING: WAS BEDEUTET DER BEGRIFF „SYSTEMISCHES COACHING“?

Der Begriff „Coaching“ ist aktuell wohl sehr vielen Menschen geläufig. Was aber ist „Systemisches Coaching“? Beginnen wir, uns der Sache mit einer Definition zu nähern. Obwohl: Heinz von Foerster, einer der bedeutendsten Vertreter des Konstruktivismus, stellt allgemein die Sinnhaftigkeit von Definitionen in Frage. Definitionen, sagt er, schließen aus, begrenzen und sagen meistens mehr über den Definierenden aus, als über die Thematik an sich.
Gegenwärtig ist keine allgemein gültige Definition für den Begriff „Systemisches Coaching“ zu finden, was allerdings weniger an Foersters Einwänden liegt, als vielmehr an der Tatsache, dass die Kriterien der Ausbildung und Anwendung auf Fachverbandebene geregelt sind, daher unterschiedliche Auslegungen existieren und somit aktuell keine einheitlichen verbandübergreifenden Richtlinien gefunden werden konnten.
Die Bezeichnung „Systemisches Coaching” wurde 1991 erstmalig von Prof. Dr. Peter W. Gester, dem Begründer des missing link Institut verwendet.
Der Begriff “systemisch”  ist innerhalb des psychotherapeutischen Settings stark mit der Familientherapie von Palo Alto verbunden. Die Familientherapie wurde von einer Gruppe von Therapeuten begründet, die allesamt davon ausgegangen sind, dass wenn sich eine Person auffällig verhält, es nicht nur an dieser Person liegt, sondern dass es auch mit dem gesamten Umfeld zusammenhängt.
Genaugenommen bedeutet das, wenn ein Familienmitglied Probleme oder Symptome aufweist, dass es eine „Störung“ innerhalb der gesamten Familie, also dem Familiensystem geben kann. Das System der Familie wurde später auch in den beruflichen Bereich übertragen und auf Teams ausgeweitet. 
Der systemische Ansatz sieht jedenfalls das Individuum nicht losgelöst von seinem Umfeld. Realität entsteht gemeinsam mit anderen, das ist die Grundaussage der systemischen Sichtweise.

Gertrud - 13:15:54 @ Coaching